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Barockgärten

Barockgärten in der Region

Eine Übersicht über unsere Barockgärten, finden Sie weiter unten auf dieser Seite. Klicken Sie mit der Maus auf eins der Bilder und entdecken Sie den Garten Ihrer Wahl.

ZU DEN GÄRTEN

Schlossparks aus der Zeit der Markgräfin Wilhelmine

Die höfische Gartenkultur erfährt in der Barockzeit ihren Höhepunkt. Schloss und Park werden als Einheit angelegt. Auf den Kavaliers- und anderen Reisen, durch Vorlagenbücher und Kupferstiche informierte man sich über die europäischen Standards und „die neueste Mode“, entwickelte aber gerade dank dieser Kenntnisse abweichende und höchst individuelle Schöpfungen.

Zum „Reich der Wilhelmine“ gehören die vier Schlossparks aus der Mitte und 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in und um Bayreuth, die von der Bayerischen Schlösserverwaltung wunderbar restauriert wurden, gepflegt und betreut werden. Sie sind aber zum Teil älter, gingen aus Küchen-, Jagd- oder Tiergärten hervor, erhielten in der markgräflichen Blütezeit ihre Gestalt als Gartenkunst- und Parkanlagen, verfielen danach für lange Zeit und bezaubern heute die Besucher wieder durch ihre arkadische Atmosphäre.

Markgraf Friedrich schätzte nicht nur das Billard-Spiel, sondern im Freien auch das Maille-Spiel. Im Hofgarten, in der Eremitage und in Himmelkron unterhielt man 3 große Mail-Bahnen. Den spielerisch-philosophischen Geist der Markgräfin Wilhelmine spürt man besonders im Hofgarten der Eremitage um Orangerie und Altes Schloss herum sowie im Felsengarten Sanspareil bei Wonsees, wo Markgraf Friedrich bei Zwernitz eines seiner Jagdgebiete hatte und die natürliche bizarre Felslandschaft im Buchenhain-Gelände der Fränkischen Schweiz durch ein ganzes literarisches Programm, Treppen, Aussichtspunkte, Strohhäuser, Pavillons und ein 2. Ruinentheater zur Attraktion wurde. Der Hofgarten in Bayreuth wurde im Zuge der Baumaßnahmen am Neuen Schloss vom Markgrafenpaar umgestaltet und ausgeweitet.

Der Schlosspark Fantaisie in Donndorf-Eckersdorf hatte seine Blütezeit erst nach dem Tode von Markgräfin Wilhelmine unter der einzigen Tochter, Herzogin Elisabeth Friederike Sophie, und vereint als außergewöhnliches Gartenkunstwerk – das bis Ende des 19. Jahrhunderts von den württembergischen Herzögen wurde – Stilphasen vom Rokokogarten über den sentimentalen Landschaftsgarten bis zum stilpluralistischen Park mit Gedenksteinen, Siegessäulen und Katakomben. Besuchen Sie dort auch das erste deutsche Gartenkunst-Museum, das einen abwechslungsreichen und vielschichtigen Spaziergang durch die deutsche Gartengeschichte und den prachtvollen Saal des Schlosses erlaubt und als Krönung das kostbar rekonstruierte Intarsienkabinett der Gebrüder Spindler zu bieten hat.

Diese Gartenführer erhalten Sie sowohl in den Parkanlagen (Automat) wie auch in den Museumsshops, zusammen mit weiteren Broschüren, Karten und Büchern.

Arkadienweg

Der Jean-Paul-Weg (www.jeanpaul-oberfranken.de) verbindet in seinem südlichen Verlauf um Bayreuth herum zugleich auch die Wichtigsten vier Markgrafenschlösser und Parks, die heute von der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage verwaltet werden. Dazu gehören die Eremitage, der Hofgarten in Bayreuth, die Fantaisie und Sanspareil. Er heißt auf dieser Strecke daher auch Arkadienweg. Auf ihm kann man das Reich der Wilhelmine erwandern.

Der Arkadien-Charakter dieser Region inspirierte bereits die musische Markgräfin Wilhelmine in der ausgehenden Barockzeit und später nicht nur Jean Paul und Richard und Cosima Wagner ganz besonders. Der Dichter Jean Paul hat diese Strecke, diese Parks und Schlösser, nicht nur erwandert, sondern auch in seinen Romanen verewigt. Richard und Cosima Wagner, so steht es jedenfalls in den Tagebüchern, machten oft Ausflüge mit ihren Kindern oder Gästen dahin. Auch die heutigen Kulturtouristen werden vom idyllischen Reiz dieser verzauberten Kulturlandschaft berührt.

Kleinere Barockgärten in der Region

Barocke Park- und Gartenanlagen, die in der Markgrafenzeit angelegt oder weiterentwickelt wurden, dienen auch heute noch für zahlreiche weitere Gärten als Vorbild. Jüngstes Beispiel ist die Wilhelminenaue in Bayreuth, in welcher die Landesgartenschau 2016 stattgefunden hat. Springbrunnen, Buchsbaum, beschnittene Hecken, Lauben, Zierwege, Spalierobst, ja sogar Skulpturen und Amphoren aus der antiken Mythologie gehören zum selbstverständlichen Equipment von Siedlungs- wie von Bauerngärten. Vergessen sind die Leiden der Arbeiter damals, die hohe Verschuldung, die Sinnbilder und Feste der fürstlichen Repräsentationszeit. Jeder wünscht sich heute arkadische Orte, sei es im Urlaub, sei es für ein glückliches und beschauliches Leben auf dem Land oder wenn möglich auch in der Stadt. In der hektischen Zeit ist die Sehnsucht nach Ruhe und Erholung ein aktuelleres Thema denn je.

Neben den markgräflichen Schlossparks gibt es in der Region kleinere barocke Gartenanlagen, die es zu entdecken lohnt. Dazu gehören unter anderem die barocken Terrassengärten in Neudrossenfeld mit ihrer Hanglage direkt hinterm Schloss, der Himmelstreppe und dem Blick über das Rotmaintal. Die Baille-Maille-Allee in Himmelkron, damals die erste Lindenallee überhaupt, hat ebenfalls eine lange Geschichte und wurde damals als eine der längsten und schönsten Europas bezeichnet. Weitere Kleinode sind die Barockgärten an den Schlössern von Goldkronach und Birken in Bayreuth sowie der kleine barocke Garten in Obernsees zwischen Kirche, Pfarrhaus und Friedhof.

Besuchen Sie die Barockgärten der Region, machen Sie einen Spaziergang, lassen Sie sich inspirieren und genießen Sie die „gestaltete Natur“ zu jeder Jahreszeit.

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