MARKGRAFEN KULTUR

Der kulturelle Reichtum, durch den die Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth – insbesondere im 18. Jahrhundert – die Region Bayreuth und Kulmbach geprägt haben, schafft eine ganz eigene Identität.

In Anknüpfung an den Weltkulturerbe-Status des Markgräflichen Opernhauses, die Schlösser und Parks der Markgräfin Wilhelmine und die damit verbundene wachsende Aufmerksamkeit, die die Sonderform des protestantischen Barock in den zahlreichen Markgrafenkirchen des 18. Jh. in der Region findet, soll der Blick auch auf die reiche und vielfältige sonstige markgräfliche Baukultur in der Region um Bayreuth gelenkt werden. Insbesondere die Sandsteinkultur ist für die Region prägend. Adel, Pfarrgemeinden, Ratsherren, Bürger und später auch wohlhabende Bauern profitierten oder wetteiferten hier.

Nach wie vor ist eher von einem „unsichtbaren Arkadien“ zu sprechen. Denn kulturtouristisch oder auch nur kunsthistorisch erschlossen sind diese Schätze bislang kaum. Sie können jedoch ein markanter Teil des öffentlichen Selbstbewusstseins und gut vermarktete Identitätsfaktoren werden. Auch wird der innere stilistische und regionale Zusammenhang eher erahnt als erkannt. Allgemein besteht also Interesse, nicht nur „das Reich der Wilhelmine“, sondern auch die übrigen Schätze der Markgrafenzeit in der Region Bayreuth kulturtouristisch zu erschließen und zu popularisieren. In den Städten Bayreuth und Kulmbach sind bereits viele der markgräflichen Schätze bekannt. Die ländliche Markgrafenkultur dagegen gilt es erst zu entdecken.

Diese Website ist langfristig angelegt. Haben Sie also bitte Geduld. Wir erschließen im 1. Jahr – parallel zur Plakatserie – Monat für Monat ein Thema mit nur wenigen „Leuchtturm-Objekten“ und bekannten oder typischen Beispielen aus der Markgrafenzeit des 18. Jahrhunderts. Wir sammeln aber während dieser Zeit schon Vorrat für die Ausweitung der Webseite, wobei die Denkmalschutzlisten Grundlage sind, heimatkundliche Fachliteratur und Experten uns begleiten werden, aber auch Ihre Hinweise auf nicht so bekannte historische „Schätze in der Region Bayreuth-Kulmbach“ beachtet werden sollen.

Auf den Spuren der Bayreuther Markgrafen – Innenstadtführung

Entdecken Sie mit diesem bebilderten kleinen Führer von Dr. Sylvia Habermann, Dr. Peter O. Krückmann und Wilfried Engelbrecht (Fotos) auf einem Markgrafenrundgang viele Gebäude, Straßen und Plätze aus der Zeit, als Bayreuth noch eine kleine deutsche Barockresidenz war. Sie erhalten ihn an der Museumskasse für den symbolischen Preis von 1 Euro.

Dort ist übrigens auch – für Reisende ins Bayreuth von etwa 1760, also in die Zeit von Markgraf Friedrich – ein köstlicher „Cicerone oder wahrhaftiger Führer durch die Hochfürstlich Brandenburg-Culmbachische Haupt- und Residenzstadt Bayreuth“ zu erhalten, samt einem „farbigen Plan in Kupfer versehen“. Die Stadt hatte zu der Zeit weniger als 10 000 Einwohner, „das sehr zahlreiche Hofpersonal und die Dienstboten inbegriffen“, aber durch den großen Aufschwung im 18. Jahrhundert „ein schönes, angenehmes Äußeres erhalten“ – eine damals moderne Stadt also.

Info-Box

Historisches Museum Bayreuth
Kirchplatz 4 (direkt neben der Stadtkirche)
95444 Bayreuth
Telefon: 0921 / 764010
eMail: historischesmuseum@bayreuth.de
www.historischesmuseum-bayreuth.de

Das Leben im markgräflichen Bayreuth…

…auch das der Untertanen und „normalen“ Bürger wird im Historischen Museum in einer Vielzahl kostbarer, seltener und auch kurioser Exponate präsentiert. Zwei große, detailgetreue Modelle zeigen die Innenstadt und die Vorstadt St. Georgen im Jahr 1763 und laden zum Vergleich mit dem heutigen Stadtbild ein. Porträts, Münzen und Medaillen, Fayencen, Objekte zu Jagd und Gartenkunst stehen für das hohe Niveau des Kunsthandwerks unter dem Einfluss des Bayreuther Hofes.

Besondere Raritäten sind die im Museum ausgestellten Alltagsgegenstände aus der Markgrafenzeit‚ so z. B. Kleidungsstücke und modische Accessoires, Schreibutensilien, Gerätschaften zur Beleuchtung und Wasserversorgung.

Die Bayreuther Markgrafen 1604 – 1791 – und wo sie begraben liegen.

Steigen Sie in der Stadtkirche die Treppe neben dem Altar zur Markgrafengruft hinab, die Markgraf Christian Ernst schon Anfang des 17. Jahrhunderts dort anlegte, als er seinen Regierungssitz von der Plassenburg in Kulmbach ins Alte Schloss Bayreuth verlegte. 26 Särge, etwa die Hälfte von Kindern der Markgrafenfamilie, können Sie beleuchtet hinter Glas bestaunen und sich Kurzinformationen in Deutsch und Englisch auf den Bildschirm holen.

Gehen Sie ein paar Schritte weiter zur Schlosskirche. Dort liegen Markgräfin Wilhelmine, Markgraf Friedrich und ihre einzige Tochter Elisabeth Friederike Sophie in Mamorsärgen aufgebahrt in einer Grablege von Hofarchitekt Carl Philipp Gontard.

Fahren Sie nach Himmelkron. Dort ruhen unter der Stiftskirche 4 Mitglieder der Markgrafenfamilie in einer eigenen Gruft, darunter 2 regierende, Markgraf Georg Friedrich Karl und Markgraf Friedrich Christian.

Grafik: Prof. Dr. Günter Dippold

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