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Fensterschürzen in der Region

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Bauernhäuser bis 1900: Motiv-Vielfalt

Der Formenreichtum an Fensterschürzen-Motiven, der sich dem vergleichenden Blick auftut, lässt sich hier nur grob gliedern und andeuten. Und natürlich gibt es dabei phantasievolle Mischformen. Die meist klassisch nach unten gerundeten Brüstungsfelder werden mehr oder weniger üppig gefüllt, mit Glöckchen, Quasten, Kugeln, Bommeln behängt, rechts und links von Tri- oder Diglyphen (drei- bzw. zweistäbig) oder Zweigen flankiert und unterhalb mit Blatt- oder Hopfenranken im Halb- oder Vollrelief ergänzt. Zwischen Bauerngarten und Bauernstube gab es genügend pflanzliche und textile „Vorlagen“, mit der sich im 18. Jahrhundert die Fassadenkultur an den bäuerlichen Sandsteinhäusern anreichern ließ, eigenständiges Profil gewann und damit mehr und mehr von den barocken markgräflichen Vorbildern löst.

Besonders viele solcher Häuser an einem Ort findet man – außer in Bayreuth und Weidenberg – in Bindlach und Mistelgau. Haus Nr. 5 in Dreschenau (Gemeinde Neudrossenfeld) mit seinen 20 einfallsreichen „Muster-Fensterschürzen“ haben wir in der Einleitung per Bildergalerie schon vorgestellt – es stellt den Höhepunkt dieser Kultur dar.

Florale Elemente
Hopfenranken
„Brokatstickerei“
Herz-Motive
Sonnensymbole
Sonder-Motive

Text: Karla Fohrbeck
Fotos: Karla Fohrbeck, Gerhard Trausch*, Fritz Angerer/Richard Zühlcke**