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MARKGRÄFLICHE  PRACHTBAUTEN

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Bayreuth – Friedrichstraße 12

Haus des Hofschatulliers Eichel

Johann Michael Eichel war Geheimer Scatoullier oder Hofschatoullier, er war also Leiter der Privatkasse des Markgrafen. Sein Haus wurde zwischen 1735 und 1738 (die Quellen­angaben differieren hier etwas) nach Plänen von Johann Friedrich Grael erbaut, als zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Mittelrisalit und Mansarddach sowie einem korbbogigen Hoftor mit Vasenbekrönung als Verbindung zum damals schon existierenden Waisenhaus. Erdgeschoss und Obergeschoss weisen schöne Stuckdecken auf, die auch später entstanden sein können, da Helmuth Meißner sie mit den Standards von Hofstukkateur Giovanni Pedrozzi vergleicht (der aber erst 1749 an den Bayreuther Hof kam).

Hofarchitekt Johann Friedrich Grael

Hofbaudirektor Johann Friedrich Grael (1707-1740) kam 1735 aus Brandenburg-Preußen nach Bayreuth und bringt aus Schwedt, wo er 1734 Kondukteur am markgräflichen Schloss war, Rudolf Heinrich Richter mit, der im Hofbauamt Karriere macht und bis 1771 als leitender Hofbauarchitekt im Amt bleibt. Grael hatte als Baumeister und Schüler von Andreas Schlüter 1732 den Turm der Sophienkirche in Berlin ( der einzige erhaltene Barockturm in der Stadt) und auch den Turm der Heiliggeistkirche in Potsdam errichtet. Er betreut daher vom Hofbauamt in Bayreuth aus 1737/39 den Kulmbacher Baumeister Johann Georg Hoffmann beim Bau der dortigen Spitalkirche, vor allem dem Turm, der 1739 genau nach seiner Riss-Vorgabe gebaut wird. 1737 plant er für Markgraf Friedrich die Vergrößerung des Jagdschlosses Kaiserhammer und entwirft 1739 die Pläne für die Stiftskirche in St. Georgen. 1739 wird er schwer krank und stirbt 1740 als noch junger Mann.

Text: Dr. Karla Fohrbeck
Fotos: Karla Fohrbeck & Eva Rundholz

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