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MARKGRAFENKIRCHEN

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Bayreuth –
Stadtkirche

Die Stadtkirche ist das älteste Gebäude der Stadt. Sie wird 1194 erstmals erwähnt. Deutsche Predigten gab es hier schon ab 1499 und 1517 kam die Reformation als Volksbewegung auch nach Bayreuth. 1528 wurde im gesamten Markgraftum (damals noch Brandenburg-Kulmbach) von Georg dem Frommen die Reformation eingeführt.

Als die ältere fränkische Hohenzollern-Linie ausgestorben war, übernahm 1603 Markgraf Christian (1581-1655) als 2. Sohn des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg I. dieses Erbe. Er galt als frommer, redlicher und integrer Fürst. Als erstes verlegte er die Residenz von der Plassenburg in Kulmbach nach Bayreuth ins Alte Schloss. Die Bayreuther Stadtkirche und ihr Wiederaufbau ab 1611 (nach dem verheerenden Stadtbrand von 1605) als Hofkirche samt Einbau der fürstlichen Familiengruft durch Hofbaumeister Michael Mebarth sowie der nochmalige Wiederaufbau nach dem 2. Stadtbrand 1621 waren ihm ein besonderes Anliegen. Der Hochaltar stammt von 1615 und wurde von der Markgräfin Maria gestiftet. Sehenswert im linken Seitenschiff auch das Küffnersche Epitaph – ebenfalls von 1615 -, auf dessen Predella die älteste Stadtansicht von Bayreuth zu erkennen ist (darauf auch die damalige Gottesackerkirche)

Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen überschatteten die Regierungszeit von Markgraf Christian. Die Region verarmte und mit dem Aufbau neuer Kirchen im sogenannten Markgrafenstil konnte erst unter seinen Nachfolgern begonnen werden. Sein Enkel Markgraf Christian Ernst (1655-1712, Erbauer der Creußener Kirche) und dessen Sohn Georg Wilhelm (1712-1726) – dem wir u.a. die Ordenskirche in St. Georgen verdanken – sind beide noch in der Stadtkirche begraben.

Auch wenn später die Schlosskirche vor und nach dem Brand von 1753 die eigentliche Hofkirche wurde und blieb, die Markgräfliche Familie und der Hofstaat nahmen auch an den Gottesdiensten und Feierlichkeiten in der bürgerlichen Stadtkirche teil. Dort wurde auch für sie gebetet. Die erste Konfirmation in der Stadtkirche und in Bayreuth überhaupt war übrigens 1748 die von Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie, der Tochter von Markgräfin Wilhelmine und Markgraf Friedrich, im Jahr ihrer Heirat. Sie war damals 16 Jahre alt.

Durch die „Purifikation“, d.h. durch die radikale Entfernung des reich vorhandenen Barocks im Zuge der Neo-Gotisierung des 19. Jahrhunderts hat die Stadtkirche viel von ihrem „markgräflichen“ Charakter verloren. Da, wo jetzt die Orgel ist, war einst die Fürstenloge, und hinter der Sakristei befand sich ein kleiner Turm mit Zugang zu den Hoflogen. Auch gab es an den Wänden und im Boden verschiedene Epitaphe. Dennoch wird die gotische Stadtkirche gerne als „Mutter der Markgrafenkirchen“ bezeichnet, denn sie beherbergt die wichtigste Grablege der Bayreuther Markgrafen des 17. Jahrhunderts.

Steigen Sie also die Treppe links vom Altar zur Markgrafengruft hinab. Insgesamt 26 Särge, etwa die Hälfte von Kindern der Markgrafenfamilie, können Sie beleuchtet hinter Glas bestaunen und sich Kurzinformationen in Deutsch und Englisch auf den Bildschirm holen.

Und wer sich für mehr interessiert: Es werden regelmäßig Führungen zur Stadtkirche angeboten, die 2006 bis 2016 mit hohem Kostenaufwand restauriert wurde. Attraktiv auch die Führungen zur einstigen Türmer-Wohnung hoch oben über dem Glockenstuhl, die vom Tourismusbüro in der Regel samstags angeboten werden. Und im Prachtband „Die Bayreuther Stadtkirche“ hat Wilfried Engelbrecht 2017 im Bayreuther Zeitlupen-Verlag alles zusammengetragen, was zur „Geschichte des ältesten Bauwerks der Stadt“ derzeit bekannt ist.

Text & Fotos: Karla Fohrbeck

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Info-Box

Evangelisch-Lutherisches Pfarramt Bayreuth-Stadtkirche
Kanzleistraße 11
95444 Bayreuth
Tel.: 0921/596 800
pfarramt.bayreuth-stadtkirche@elkb.de
www.stadtkirche-bayreuth.de
Gottesdienst Sonntags um 8 & 10 Uhr
Die Kirche ist tagsüber geöffnet, auch Ort für
Ausstellungen und Konzerte.

Tourist-Information 
& Bayreuth Shop (BMTG)
Opernstraße 22 / 95444 Bayreuth
Tel. 0921/885 88
Mail: info@bayreuth-tourismus.de
www.bayreuth-tourismus.de

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