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HISTORISCHE MÜHLEN

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Neudrossenfeld / Altdrossenfeld – Historische Mühle

1398, 1692: „Das Alte (Trosenfeld) ist ein zimliches Dorff mit einer guten Mühl“ …

Der zweigeschossige Sandsteinquaderbau mit Satteldach und zwei Türbekrönungen mit gesprengtem Giebel – darunter ein sehr schönes Mühlenzeichen mit 2 flankierenden Löwen – ist mit 1781 bezeichnet. Die Grundmauern sind jedoch wesentlich älter.
Die Mühle ist das schönste historische Gebäude in Altdrossenfeld.

Mühlen-Geschichte

Schon 1398 wird im Landbuch der Herrschaft zu Plassenburg das „were (Wehr) zu Altendrosenvelt“ erwähnt, auch, dass ein Hans Beyerewter von der Herrschaft Hofstatt und Garten zu Lehen hat sowie „die mule geenseyt (jenseits) der prücken“. Die Brücke war damals aus Holz. Aus „Das Teutsche Paradeiß in dem vortrefflichen Fichtelberge“ von Pfarrer Magister Joh. Will stammt 1692 der Hinweis auf das Dorf Alten-Trosenfeld „mit einer guten Mühl“.

Allgemeine Information

HOLZ & STROM

Das Sägewerk war einst ein recht großer Betrieb, so dass Georg Weigel in den 50er Jahren auch noch die benachbarte Bergmühle seines Schwagers Höhn samt Sägewerk dazu kaufte. Dann brannte es in der Bergmühle, die gute Konjunktur täuschte und beides musste um 1975 aufgegeben werden. Als Letztes wurde um 1990 der hölzerne Sägemehl-Silo abgebrochen. Von 1970 bis 2010 war die Mühle auch für ihre hervorragende Forellenräucherei bekannt. Die Mühle produziert seit Anfang des 20. Jh. Strom und versorgte noch in den 20er Jahren auch andere Abnehmer damit.

KORN

Wie alle Mühlen war auch diese vor allem Kornmühle. Der letzte Müller Gottlob Weigel hat das Müllerhandwerk noch gelernt. Aber 1955/56 – als der Staat das „Mühlen­sterben“ finanziell unterstützte – wurde auch hier das Mahlwerk stillgelegt und abgebaut.

POSTSTATION 1864 bis 1909

Im Hause des Mühlenbesitzers Georg Weigel wurde am 1.7.1864 die erste Poststelle zwischen Bayreuth und Kulmbach von der „Königlich Bayerischen Postexpedition“ eingerichtet. Das „Postlocal“ befand sich rechts von der Eingangstür. Das historische Fenstergitter und der Halterungsring für die Postpferde erinnern daran. Der Postkutscher fuhr die Strecke Bayreuth-Thurnau bis zum 27.6.1909 – als die Lokalbahn die Postbeförderung übernahm. Bis in die 60er Jahre befand sich das Postamt im Haus gegenüber.

Als am 26. Juni 1909 die Bahnstrecke von Unterobsang bis Bayreuth offiziell in Betrieb genommen wurde (und damit die Verbindung Bayreuth-Thurnau-Kulmbach komplettiert), hielt Georg Weigel die Festrede. Der Sonderzug des späteren „Bockala“ umfasste bei der Jungfernfahrt 10 neue Wagen und 2 Lokomotiven. Am Dorfeingang von Altdrossenfeld und Neudrossenfeld war je ein mächtiger Triumphbogen errichtet, die Häuser waren bunt geschmückt.

Text: Karla Fohrbeck
Fotos: Karla Fohrbeck, ergänzt um älteres Bildmaterial  aus Familienarchiv Weigel

Als Quelle diente u.a. Martin Riedelbauch „Aus der Geschichte unserer Post“ und „Es war einmal eine Eisenbahn“ aus: Neudrossenfeld. Ein Heimatbuch. 1986 sowie Georg Ziegler: Neudrossenfeld in Bildern 1991

Diese Mühle liegt am ROT-MAIN-AUEN-WEG. Weitere Infos finden Sie in unserer Info-Box weiter unten.

Historische Bilder

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