Project Description

Opernhaus historisch

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Restaurierung & Sanierung 2012 – 2018

2012 wurde das weltweit einzigartige Barocktheater in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Zum dauerhaften Erhalt dieses Monuments europäischer Fest- und Musikkultur für zukünftige Generationen arbeitete seitdem ein Expertenteam unter der Fachaufsicht der Bayerischen Schlösserverwaltung und des Staatlichen Bauamts Bayreuth an einer nachhaltigen Sanierung des Theaterbaus. Nach sechs Jahren aufwändiger Restaurierung und Sanierung heißt es im April 2018 »Vorhang auf« für das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth.

Konservierung & Restaurierung

Im Mittelpunkt der Restaurierungen und Sanierungen standen die Bewahrung der Originalsubstanz und der Authentizität des bedeutenden Kulturdenkmals. In Bezug auf die Restaurierung des Logenraums hieß das: Originale Oberflächen sollten samt ihrer Gebrauchsspuren erhalten bleiben. Konservierung statt Restaurierung war die Devise – Erhalt des Originals statt Rekonstruktion.

Die zwei zentralen Aspekte, die im Fokus der zeitweise bis zu 30 Restauratoren standen, waren entsprechend die Abnahme späterer Mal- und Schmutzschichten sowie der Umgang mit Retuschen. Retuschiert wurde nur dort in Maßen, wo der Gesamteindruck der Malerei dies erforderte. Ansonsten galt: Mut zur Lücke, schließlich muss ein historisches Denkmal nicht „wie neu“ aussehen. Nicht nur spätere Malschichten der zu dunkel geratenen Restaurierungen des 20. Jahrhunderts galt es bis auf wenige Ausnahmen zu entfernen. Auch ölige Insektenschutzmittel hatten das Logenhaus stark nachdunkeln lassen. Aufwändig wurden diese Chemikalien soweit möglich entfernt. So präsentiert sich das Logenhaus nun wesentlich lichter und heller – wie zur Zeit der Markgräfin Wilhelmine.

Der neue Bühnenprospekt

Eine auffällige Veränderung hat der Bühnenprospekt erfahren. Hier wurde ein nachträglicher Einbau von 1935/36 entfernt und somit die originale Größe der Bühnenöffnung aus dem 18. Jahrhundert wiederhergestellt. Die Maßnahme komplettieren ein neues Bühnenbild und ein neuer Vorhang, die auf Grundlage umfangreicher kunsthistorischer Forschungen seitens der Bayerischen Schlösserverwaltung entstanden.

Der geöffnete Hauptvorhang und die rahmenden Vorhänge geben den Blick frei auf das rekonstruierte Bühnenbild der Eröffnungsoper von 1748 nach einem Entwurf von Carlo Bibiena und vermitteln so einen authentischen Eindruck der ursprünglichen, barocken Bühnenöffnung. Auch die Vorhangelemente wurden nach historischen Vorbildern als Leinwandmalerei ausgeführt. Verantwortlich für die Malerei von Bühnenbild und Vorhängen waren Bühnenmaler des Bühnenservice Berlin, die die aufwendigen Arbeiten unter der Fachaufsicht der Bayerischen Schlösser­verwaltung nach intensiven Recherchen zu vergleichbaren Bühnenprospekten in historischen Theatern von Anfang 2016 bis November 2017 durchführten.

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung
Blick zur Bühne mit neu rekonstruiertem Bühnenbild
Foto: Bayerische Schlösserverwaltung | Achim Bunz

30 Mio. Euro für die Zukunft

Neben der baulichen Renovierung des Opernhauses, die auch Reparaturen an der Konstruktion, insbesondere am Dachstuhl beinhaltet hat, dienten die Sanierungen dazu, die modernen Nutzungsansprüche im Einklang mit der Denkmalpflege zu unterstützen, etwa an die Haus- und Bühnentechnik, den Brand- und den Arbeitsschutz. Die außerordentliche kunsthistorische Bedeutung des historischen Zuschauerraumes erfordert besondere Lösungen. So wurde eine Hochdrucknebellöschanlage installiert, um einen Dachstuhlbrand bereits im Entstehen mit geringsten Wassermengen effektiv löschen zu können, wobei die Dachkonstruktion ihre Tragfähigkeit behält und kein Löschwasserschaden entsteht. Vor allem die Schaffung eines stabilen Raumklimas war ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des sensiblen Kulturdenkmals.

Da die historische Bühnentechnik nicht erhalten ist, wurde nun eine moderne Bühnentechnik eingebaut, die das Opernhaus auch in unserer Zeit als Theater nutzbar macht. Das Nutzungskonzept legt dabei größten Wert auf die Denkmalverträglichkeit. Daher kann das Markgräfliche Opernhaus neben seiner musealen Nutzung ausschließlich in den Sommermonaten mit Konzerten und szenischen Aufführungen bespielt werden. Insgesamt investierte der Freistaat Bayern 29,6 Mio. Euro in diese große Bau- und Restaurierungsmaßnahme, die das Markgräfliche Opernhaus für künftige Generationen erhalten soll.

Text: Bayerische Schlösserverwaltung

Flyer Markgräfliches Opernhaus – Instandsetzung & Sanierung

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