Project Description

Entdecke

Fensterschürzen in der Region

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Vorbilder Bayreuther Barock

„Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass grundsätzlich die Fassadengestaltung der Bauernhäuser, insbesondere der  Fensterschürzenornamentik, von den Bayreuther Barockbauten auf dem Umweg über die Weidenberger Bürger- und Amtsgebäude übernommen wurde“ – so Fritz Angerer in seinem und Richard Zühlckes Standardwerk von 1995. Hier also ein Exkurs zur ersten zeitlichen Etappe, den Vorbildern aus dem Bayreuther klassizistischen Barock und dem markgräflichen Bauprogramm Mitte des 18. Jahrhundert in Bayreuth Stadt.

Insbesondere in der Blütezeit der städtischen Baukultur 1745 bis 1763  wurde zur Regierungszeit von Markgraf Friedrich (1711/1735-1763) die barocke Friedrichstraße nach einheitlichen Stilvorgaben des Hofbauamtes Haus für Haus und Palais für Palais aus- und aufgebaut. Hier finden sich viele erste Beispiele für tektonisch strenge, klassische Fensterschürzen-Ornamentik.
(Zu den einzelnen Häusern der Friedrichstraße finden Sie ausführliche Informationen beim Thema Prachtbauten/Friedrichstraße. )

Als Vorbilder unter den Bayreuther Sandsteinbauten werden gerne auch genannt:

  • die Richard-Wagner-Straße 77 (1756 von Oberförster Ziehr erbaut und lange Zeit als Gasthof „Zum Edlen Hirschen“ bekannt)
  • die Schulstraße 5  (zwischen 1751 und 1760 erbaut und zur Kattunfabrik umgebaut)
  • das Gontardhaus am Schlossberglein  (1759-1761 von Hofbaumeisters Carl Philipp Christian von Gontard erbaut)
  • das einstige Forsthaus in der Nürnberger Straße 5 (1761 von Oberförster Göppner erbaut, hier wurde auch ein Wirtshaus betrieben)

Aber Fensterschürzen finden sich auch am Neuen Schloss (1753-1756), in der Ludwigstraßean der Reformierten Kirche in der Erlanger Straße 29, am Hohenzollernring 67-69, ja sogar am alten Turm der Schlosskirche gibt es „Gesims-Schürzen“, die auch in dieses Aufmerksamkeitsfeld gehören.

Auch von Markgrafenkirchen konnte man sich Vorbilder für Fensterschürzen und Portale abschauen.

Text & Fotos: Karla Fohrbeck