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barocke Prachtbauten & -Strassen

Pomp auf Pump? oder Umweg-Rentabilität?
Was St. Georgen betrifft, so haben wir es in unserem Kapitel mit 5 Markgrafen zu tun und einem Zeitraum von mehr als 7 Jahrzehnten (ca 1700 bis ca 1775). Immer abwechselnd gelten sie als „verschwenderisch“ (MG Georg Wilhelm bis 1726 und das MG-Ehepaar Friedrich & Wilhelmine 1735-1763/58) oder „knauserig“ (MG Georg Friedrich Karl 1726-1735 und MG Friedrich Christian 1763-1769). MG Alexander war von 1769 an – von Ansbach aus -für das Markgraftum Bayreuth zuständig, ließ aber den See – aus verschiedenen Gründen – 1775/6 trockenlegen. Das war ausnahmsweise einfach „vernünftig“.
Europäer und weitgereist waren sie allesamt. Der Bayreuther Hof wurde auch an internationalen Standards des Barockzeitalters gemessen und musste, wollte und konnte sich da sehen bzw. hören lassen. Die Konkurrenz war wachsam, auch dank heiratspolitischer und verwandtschaftlicher Netzwerke.
Und wie es „die göttliche Fügung“ wollte, wechselten sich auch die Charaktere günstig ab: Die (beides Mal sich darin einige Ehepaare), die den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung konsequent betrieben und uns Nachkommen barocke Parks, Schlösser, Stadtquartiere und Bauwerke hinterließen, die uns heute noch Freude machen. Und danach eben auch Schulden. Und die, die von Haus aus eher puritanisch-pietistisch gesinnt waren, und diese Schulden (und auch eigene) abzubauen hatten.
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Zumindest MG GFK gelang es durch Sparsamkeit wirklich – und dennoch baute er u.a. noch ein beachtliches Waisenhaus und legte die Friedrichstraße neu an, ja er feierte mit seinen dänischen Verwandten noch ein großes Seefest, wie wir gesehen haben und sorgte für eine gute Ausbildung seines Nachfolger-Sohnes in Genf und auf Reisen. Dass die Finanzen und die Kraft nicht reichten, um das „altmodische“ und etwas heruntergekommene Alte Schloss zu modernisieren, nahm ihm seine junge preußische Königs- und Schwiegertochter Wilhelmine in ihrer „Provinz-Enttäuschung“ und (gern zitierten) „Memoiren-Satire“ anfangs übel – nachvollziehbar und verständlich, aber eben subjektiv.
Und im Falle von MG FC, der sich mangels Staatsfinanzen nicht weiter zu helfen wusste, als fast alle Künstler seines Vorgängers möglichst umgehend zu entlassen, die Matrosen ein paar Jahre später auch, kamen die unerwartet positiven Folgen dem preußischen König Friedrich II zugute.
Fortsetzung folgt . . .
