Project Description

ENTDECKE

MARKGRÄFLICHE  PRACHTBAUTEN

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Bayreuth – Sternplatz
Hofapotheke

Da die Opernstraße oben mit dem Sternplatz abschließt, lohnt es natürlich auch, den Blick auf die barocke Hofapotheke zu lenken. Hier vor dem Oberen Tor und am Beginn der einstigen Rennbahn hatte Markgraf Georg Wilhelm (1712-1726) schon 1712 eine Hofapotheke errichten lassen. So wie sie jetzt zu betrachten ist, stammt diese Hofapotheke zum Goldenen Stern aus der Zeit von Markgraf Friedrich (1735-1763) und dem von ihm sehr geförderten jungen begabten Hofarchitekt Carl Philipp von Gontard (1731-1791). Der „Goldene Stern“ ist noch über dem Seitenportal zu sehen. Im 1. und 2. OG befinden sich einige Räume mit Rahmenstuckdecken und Pflanzenornamenten.

Auf die Jahre 1756-1759 wird von der Gontard-Spezialistin Astrid Fink die Bauzeit für den repräsentativen dreigeschossigen Sandsteinquaderbau mit Walmdach, Risalit mit Kolossalpilaster und Dreiecksgiebel an der Ecke Ludwigstraße / Richard-Wagner-Straße angesetzt. „Hier sind Gontards Kenntnisse der größten italienischen und französischen Baumeister glücklich vereinigt“, so Sylvia Habermann in ihrem Barock-Cicerone des Historischen Museums. Bauherren waren der Apotheker und Hoflieferant Oertel und später seine Witwe Margaretha Oertel, die nicht mehr beim Hof angestellt, sondern selbständige Hoflieferanten waren. Dort konnte auch jeder Bürger Arzneimittel erwerben oder zubereiten lassen.

Konkurrenten waren zu der Zeit Bayreuths älteste Apotheke Zum Greifen bzw. bald schon Zu den drei Mohren Maximilianstraße 57 / Ecke Sophienstraße  – heute noch zu bewundern in diesem beeindruckenden Gebäude, das 1610 vom markgräflichen Hofbaumeister Michael Mebart erbaut wurde, dann (seit 1680) die Stadtapotheke Zum Goldenen Adler in der Maximilianstraße 47 und seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch eine Schlossapotheke (Maximilianstraße 16) am Alten Schloss.

Text & Fotos: Karla Fohrbeck

Weitere Prachtbauten in der Friedrichstraße finden Sie auf unserer Übersichtskarte