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MARKGRÄFLICHE BAROCKGÄRTEN & PARKS

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Der See als Theaterkulisse

1696 soll Georg Wilhelm am Ufer erste drei Häuschen in holländischer Art errichtet haben. 1701 begann er mit einfachen Vorläuferbauten zum späteren Schloss, das parallel zur Planstadt St. Georgen ab 1702 – mit Genehmigung und Unterstützung des markgräflichen Vaters Christian Ernst (1661 – 1712) – Gestalt annahm. 1703 wurden dort am Ufer – neben dem Theater – ein Gärtnerhaus und davon rechts und links für die „Nebenerwerbsmatrosen“ je 3 Matrosenhäuser errichtet.

Auf dem kolorierten Stich von 1710 wie auf dem späteren von 1714 in schwarz-weiß sehen wir auf dem See 6 große Schiffe, von denen uns Namen wie Neptun, Bacchus oder Ritter St. Georg überliefert sind. Sie konnten in dem halbrunden künstlichen Hafen hinter der runden Garten-Lustinsel im See (wo es tief genug war) ankern. Durch einen über 100 m langen hölzernen Steg blieb diese mit dem Schloss- und Gartengelände verbunden. Das Ufer selber war für die Kriegsschiffe und Prunkboote zu flach, aber man konnte dort die Stirnwand des Theaters öffnen, das 1706 zu dem Zweck verlängert wurde, und Besucher mit dem unerwarteten Anblick überraschen und beeindrucken.

1712-1726 war Georg Wilhelm regierender Markgraf. Im Merianheft Bayreuth von 1976 schildert Theodor Geus aus dieser Zeit der Machtfülle ein solches Publikums-Erlebnis – Sommer 1717: Der See als nächtlich-illuminierte und fantastisch-fantasiereich belebte Bühnenkulisse für die Oper „Die von Pluto geraubte Proserpina“.
Bis zu seinem Tod im Dezember 1726 – der 2. Ordensschloss-Bau war noch nicht beendet – blieben diese Seefeste mit Kanonen, Feuerwerk, Kostüm-, Theater- und Wasserspielen für MG Georg Wilhelm ein vor allem sommerliches Hauptvergnügen. Die Jagdsaison begann ja erst im Herbst.

Textredaktion & Fotos: Dr. Karla Fohrbeck

Literatur