ENTDECKE
MARKGRAFENKIRCHEN

Nemmersdorf – Kirche Unserer Lieben Frau

Info-Box
Pfarramt:
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nemmersdorf
Kirchplatz 6
95497 Goldkronach-Nemmersdorf
Tel. 092 08/84 01
Pfarramt.Nemmersdorf@elkb.de
http://www.dekanat-bayreuthbadberneck.de/nemmersdorf
Fotos: Karla Fohrbeck
Kirche, Schloss und Pfarrhaus liegen weithin sichtbar auf einer steilen Bergnase am Rande zum Fichtelgebirge. Von Goldkronach aus sind es knappe 2 km Entfernung. Doppeltürme aus dem 13. und 15. Jh. (gotische Fresken im Eingang) rahmen das barocke Kirchenschiff ein. „Eine Dorfkirche als Kleinod des höfischen Rokoko“ – so Karl Sitzmann 1950. 11.000 Gulden hat der Bau damals, 1752-54, unter Markgraf Friedrich (1735-1763) gekostet. Roter Adler und Initiale F am Orgelgehäuse erinnern daran. Wo hohe Hofbeamte standesgemäß residierten, bestimmten Hofbauamt und Hofkünstler das bauliturgische Programm mit. In diesem Fall wirkte Markgraf Friedrich selbst mit, nicht nur im Sinne des landesherrlichen Kirchenregiments, sondern auch aus persönlichem Interesse und Engagement. Der erprobte Ratsbaumeister Johann Georg Hoffmann aus Kulmbach hatte die Baudurchführung.
Reich und kunstvoll ist die Innenausstattung, an der länger gearbeitet wurde und an der viele Hofkünstler beteiligt waren. Der Kanzelaltar von 1763 stammt von Hofbildhauer Johann Gabriel Räntz, wobei das Thema Alter und Neuer Bund rechts und links allegorisch durch zwei weibliche Figuren verkörpert wird. Hofstukkateur Rudolfo Albini greift das Thema in seinen Deckenstuck-Symbolen ebenfalls auf. Im Auferstehungs-Deckengemälde von Hofmaler Friedrich Marian Herold hebt übrigens ein Engel mit den Gesichtszügen von Markgraf Friedrich die Platte vom Grab. Laut Karl Sitzmann diente ein Pastellbildnis des Markgrafen als Vorlage, das Francesco Pavona 1759 von ihm in Bayreuth malte. 8 Kartuschen-Gemäldemit den Leidensstationen Jesu von der Fußwaschung bis zur Kreuzabnahme umgeben Decken und Orgel.
Ein Teil der einstigen Gestühl-Nummern und die entsprechende Platzbreite wurden bei der letzten Restaurierung rekonstruiert (nach dem Kirchenstuhlrecht von 1770). Zur dreiseitigen Doppelempore gehört die verglaste Adelsloge links vom Altar mit direktem Zugang zum Schloss. Das Taufholz mit der auffallenden Krone stiftete noch 1782 der letzte Markgraf Alexander (1769-1791).

