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Eckersdorf / Donndorf – Schloß Fantaisie

Wechselhafte Besitzer-Geschichte

Bis 1756 sind die Herren von Lüchau Eigentümer. Das Gelände fällt wegen fehlender Nachkommen an die Markgrafen von Bayreuth zurück.

1758: Beginn des Schlossbaues unter Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine (Hofbaumeister Rudolf Heinrich Richter und Carl Philipp Christian von Gontard), wohl nach Vorbildern von der Italienreise des Markgrafenpaares wie der römischen Villa Doria Pamphili. Abbruch der Arbeiten mit dem Tod der Markgräfin am 14. Oktober. Im Park sollten wohl Elemente des Felsengartens, der natürlich vorgebildet war, aufgegriffen werden –an Sanspareil anknüpfend. Diese Planungen kamen aber nicht mehr zum Zuge.

1761: Markgraf Friedrich, inzwischen wieder verheiratet, nimmt die Bauarbeiten im November wieder auf, beginnt vor allem mit dem „Neuen Schloss“, wobei die führenden Hofarchitekten weiterhin Richter und Gontard sind, stirbt aber 1763.

1763: Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Württemberg, einzige Tochter von Markgraf Friedrich und Wilhelmine, übernimmt den Besitz nach dem Tod ihres Vaters, Markgraf Friedrich, und Regierungswechsel von ihrem Onkel Markgraf Friedrich Christian (1763-1769), der mit dem Schuldenabbau beginnen muss, gegen Übergabe eines Großteils ihres Juwelenschatzes.

1765: Die Herzogin zieht in das nun, mit Architekt Spindler (einem Schüler Gontards) vollendete Schloss ein, das sie bis 1780 als Sommersitz nutzt und ihn „Fantaisie“ nennt. Im Winter wohnt sie im Alten Schloss in Bayreuth. In diesem Zeitraum wird auch der spätbarocke Garten vervollständigt. Aus dieser Zeit sind der Pavillon, die Kaskade und der Neptunbrunnen erhalten geblieben.

1780-1791: Markgraf Alexander von Ansbach, er ist nur in den Sommermonaten für einige Wochen in Bayreuth, Fantaisie wird vernachlässigt, die Pflege solcher Parks ist aufwendig.

1791-1793: Preußischer Staat (Verwalter ist der Kämmerer und Oberforstmeister Traugott Friedrich von Obernitz)

1793-1795: Herzogin Friederike Dorothee Sophie und Herzog Friedrich Eugen von Württemberg. Sie ließ den Park im Stil des sentimentalen Landschaftsgartens erweitern und eine Katakombe und die Säule der Eintracht errichten.

1795-1833: Herzog Alexander I. von Württemberg

1833-1881: Herzog Alexander II. von Württemberg erweitert die Parkanlage um Elemente des stilpluralistischen Historismus. Er brachte Fantaisie in den Jahren 1839 bis 1881 durch den Umbau des Schlosses und die Ergänzung des Schlossparks durch landschaftlich gestaltete Parkräume, Skulpturen, Brunnen und Terrassen in seine noch heute bestehende Form

1882-1895: Konsortium Feustel, Schwabacher, Eysser

1895-1897: Ernst Hüttenrott, preußischer Forstassessor

1898-1908: Martin de Cuvry, Oberleutnant aus Bonn

1908-1928: Familie Schmidt-Oertel

1929-1937: Fürst Edmund von Wrede

1937-1945: Nationalsozialistischer Lehrerbund

1945-1948: US-Regierung (Sanatorium der US-Armee)

1948-1961: Bayerisches Rotes Kreuz (Lungenheilanstalt)

Seit 1961: Freistaat Bayern (der Besitz wird mehrfach untervermietet an Firmen wie Photo-Porst und andere Nutzer). In den 90er Jahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts sorgfältige Instandsetzung und Rekonstruktion der einzelnen Gartenbereiche durch die Bayerische Schlösserverwaltung. Pflege durch verwaltungseigenes fachkundiges Personal.

2000: Eröffnung des ersten deutschen Gartenkunstmuseums durch die Bayerische Schlösserverwaltung BSV. Anhand zahlreicher und wertvoller Exponate wird hier die Geschichte der Gartenkunst vom 17. bis zum 19. Jahrhundert anschaulich dargestellt. In den Museumsrundgang eingebunden sind der Weiße Saal sowie die Nachbildung des berühmten Spindler-Kabinetts mit seiner aufwendigen Marketerie. Der reizvolle Schlosspark ist von originalen Gestaltungselementen der drei wichtigen Stilphasen Rokoko, Empfindsamkeit und Historismus geprägt. Er ist wesentlicher Bestandteil des Gartenkunst-Museums Schloss und Park Fantaisie.

Historische Bildergalerie

Zu mehr Informationen und Bildern besuchen Sie das Thema „Brunnen“ und folgende Seiten im Thema „Gärten“:
Park Fantaisie
Gartenkunstmuseum Schloss Fantaisie

Text & Recherche: Karla Fohrbeck und Frank Piontek

Kontakt:
Schloss, Gartenkunstmuseum und Park Fantaisie
Bayreuther Str. 2
95488 Eckersdorf / Donndorf
Tel. (09 21) 73 14 00-11
www.gartenkunst-museum.de

Bildquellen: Bayerische Schlösserverwaltung • www.schloesser.bayern.de |
Karla Fohrbeck, Eva Rundholz
Stiche und Gemälde: M. Bär, G. Könitzer, H. Stelzner

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