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barocke Prachtbauten & -Strassen

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Ein Markgraftum mit zwei Planstädten

Die Planstadt Christian-Erlang wurde von Markgraf Christian Ernst (1644/1661-1712) schon 1686 gegründet, als Residenz und Neustadt für aus Frankreich vertriebene Hugenotten. Offenbar hatte der junge Erbprinz Georg Wilhelm (1678/1712-1726) schon 1695 von seiner Kavalierstour bzw. Bildungsreise Muster und Pläne derartiger, regelmäßig angelegter Quartiere als Novum aus Holland mitgebracht. Er folgte dem Beispiel des Vaters, machte sich selbständig und begann 1701/2 – am Brandenburger See – mit seiner eigenen Residenz St. Georgen bei Bayreuth.

Vater Markgraf Christian Ernst stimmte dem Vorhaben denn auch nachträglich und offiziell zu. Schließlich war Erlangen zeitweise sogar für den Sohn bestimmt gewesen, auch hatte dieser sich noch einige Jahre zu gedulden, bevor er dem rüstigen Vater im Amt nachfolgen konnte. Auch vertrug er sich nicht sonderlich mit seiner ehrgeizigen Stiefmutter. Es war also klug, den Streit beizulegen und dem Erbprinzen freie Hand bei seiner „Nebenresidenz“ zu lassen. Ja mehr noch, schon vorher wurde ihm des Markgrafen Hofarchitekt Antonio della Porta zur Seite gestellt, der 1701 – kurz vor seinem Tod – noch die Pläne für die Planstadt, das Ordensschloss und die Ordenskirche erstellte.

Aber 1702 konnte sich Georg Wilhelm als Bauherr nur wenig um die Baufortschritte kümmern. Der Erbprinz war den Sommer über als General bei den kaiserlichen Truppen im Feldlager bei Landau in der Pfalz, wo er sich eine schwere Verletzung zuzog. Seine Mutter Markgräfin Sophia unterstützte ihn vor Ort und unterrichtete ihn brieflich, sie versprach den Bau der Ordenskirche mitzufinanzieren, starb aber schon am 13. Oktober 1702. Die diversen Bauvorhaben verzögerten sich dadurch.

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Markgraf Christian Ernst (Vater)

Markgraf Georg Wilhelm (Sohn)

Riediger Plan 1745 (Ausschnitt)

Am 8. März 1702 gestattete dann Christian Ernst seinem Sohn durch ein besonderes Dekret die Ausführung des Planes. Die Geheimen Räte der Stadt Bayreuth bestätigten die vom Markgraf erlassenen besonderen Privilegien. Georg Wilhelm hat sie 1924, also 22 Jahre später, noch einmal aktualisiert, um neue Einwohner anzuwerben.
1705 wird im April schon der Grundstein zur Ordenskirche gelegt und im November verkündet Georg Wilhelm Gründung & Statuten zum Haus-Orden de la sincérité (dem späteren Roter Adler-Orden) mit dem (eigenmächtigen) Zusatz „Gegeben in unserer Stadt St. Georgen am See“, obwohl die Siedlung erst halbfertig ist. Auch westlich des Schlossgartens sollten eigentlich 24 Häuser in schönster „Regularität“ entstehen, aber dieses Vorhaben zerschlug sich, als 1712 Georg Wilhelm selber Markgraf wurde und seine Hauptresidenzen in Bayreuth und Erlangen hatte.

Vorerst war übrigens keine Anbindung an Bayreuth geplant. Die ergab sich erst später – aber noch in Georg Wilhelms Regierungszeit – durch die Brandenburger Allee (1721) und die Markgrafenallee (1722),die sich im spitzen Winkel an der sogenannten „Schere“ trafen (heute also kurz vor dem Hauptbahnhof-Tunnel). Heute ist St. Georgen ein Stadtteil von Bayreuth.

St. Georgen – Zentrum & Barocke Straßen

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St. Georgen – Barocke Einzelbauten & Quartiere

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Das Puzzle St. Georgen im 18. Jh. . . . auf unserer www.markgrafenkultur.de

Der Stadtteil hat an barocken Bauten, Straßen und Anlagen so viel zu bieten, dass er ohne weiteres eine eigene, kleinere Webseite füllen könnte. Auch bietet seine Geschichte viel interessanten Stoff zur Alltags- und Hofkultur, zur Sozial- und Industriegeschichte. Hier die Übersicht (und auch gleich die Links), wo Sie St. Georgen-Beiträge auf der Themen-Liste unserer Webseite finden können:

  • Das Ordensschloss St. Georgen (& Roter Adler-Orden) beim Thema Schlösser
  • Den Brandenburger See mit Matrosengasse, Theater/Opernhaus mit Seekulisse, Weyerhaus, Roseninsel, Seeschlachten & Seefesten sowie den barocken Gartenanlagen beim Thema Parks & Gärten
  • Ordenskirche & Stiftskirche St. Georgen beim Thema Markgrafenkirchen
  • Planstadt Zentrum St. Georgen und Barocke Einzelbauten hier als eigene „Kachel-Beiträge“ beim Thema Prachtbauten & -straßen
  • Kurz-Biografien des Markgrafen Georg Wilhelm (1678/1712-1726) – und der anderen Markgrafen – beim Sonderthema Markgrafengeschichte. Dort ist dann irgendwann auch ein Beitrag zum Roter Adler-Orden geplant, der in St. Georgen 2011 als Orden de la Sincérité gegründet wurde.

Zu all dem gibt es erstaunlich viel, meist lokalhistorische Literatur, der wir je eine eigene Bildkachel bei den Themen Brandenburger See und Planstadt St. Georgen widmen. Als spannende, gut bebilderte und umfassende Buch-Monografie empfehlen wir den immer noch aktuellen Band von Christoph Rabenstein/Roland Werner: St. Georgen, Bilder & Geschichten. 1994 (über den Verlag Christoph Rabenstein in Bayreuth immer noch erhältlich).

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